Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Stuttgart

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Inhalt: Bauliche Anlagen des WSA

Das WSA betreibt u.a. nachfolgende (bauliche) Anlagen. Detaillierte Informationen gibt es in der jeweilige Liste der Bauwerksdaten.

Der Neckar

Der Fluss Neckar wurde von der Mündung im Rhein bei Mannheim (Neckar-km 0,000) bis Plochingen / Wernau (N-km 203,011) Zug um Zug zur Bundeswasserstraße der Klasse V a (für "großes Rheinschiff") ausgebaut. Hierzu wurden 27 Staustufen errichtet um insgesamt 160,7 m Höhenunterschied zu überbrücken. Die Flussstrecke wurde größtenteils begradigt und befestigt. An einigen Stellen verläuft die Bundeswasserstraße durch Kanalstrecken (sog. Seiten- oder Schleusenkanäle).

tonne Winterlandschaft Übersicht

Für die Berufsschifffahrt wird eine Fahrrinne mit einer 2,80 m tiefe Sohle vorgehalten. Die Breite der Fahrrinne ist allgemein ca. 40 bis 60 m, die Gesamtbreite des Neckars meist ca. 50 bis 100 m.


Wehre

Mittels eines Querbauwerks im Fluss wird Neckarwasser aufgestaut. Hierdurch entsteht eine sog. Staustufe an der ein bestimmter Wasserstand (Normalstau) gehalten und der Wasserabfluss (auch Hochwasserschutz) reguliert werden kann. Eine vielseitige Nutzung des Neckars wie z.B. Schifffahrt, Wasserkraft, Wassersport und Wassernutzung wird hierdurch möglich.

Luftbild vom Wehr Luftbild Schleuse Hofen

An eine Stauanlage sind zwischen den Wehrpfeilern 2 bis 4 Wehröffnungen mit jeweils einem Wehrverschluss. Im Bereich der Wehrpfeiler sind die Antriebe mit Steuerung sowie die sog. Huborgane (Ketten oder Stahlseile) untergebracht. Mittels dieser Huborgane können die Wehrverschlüsse bewegt werden.

Mit diesem beweglichen Stahlteil (Wehrverschlüsse) wird der Oberwasserstand möglichst konstant gehalten. Dazu muss dieser Wasserstand bei zunehmendem Wasserzufluss (bei Niederschlag) reguliert werden. Hierbei entsteht ein wechselnder Wasserstand unterhalb des Wehrverschlusses (im sog. Unterwasser). Der Höhenunterschied zwischen Normalstau im Ober- und im Unterwasser wird Fallhöhe genannt. Bei Hochwasser werden die Verschlüsse teilweise ganz aus dem Wasser gehoben. Die Wasserstände im Ober und Unterwasser sind dann ausgeglichen.
Das WSA Stuttgart betreibt 15 Wehranlagen mit jeweils 2 bis 4 Wehrverschlüssen. Die Wasserflächen zwischen zwei Staustufen werden Stauhaltungen genannt.

Schiffsschleusen

Damit die Schifffahrt, vorbei am jeweiligen Wehr, von der einen in die nächste Stauhaltung (siehe "Wehre") gelangen kann, wurde in der Nähe der Wehre jeweils eine Schleuse errichtet. Die Neckarschleusen sind bis auf wenige Ausnahmen als Doppelschleusen konstruiert; die Schleusenanlage besteht hier aus 2 nebeneinander liegenden Schleusenkammern.
Die Schleusenkammern sind jeweils 12 m breit, und ca. 110 m lang. Die Höhenunterschiede zwischen den Ober- und Unterwasserständen (Hubhöhen) der Schleusen beträgt zwischen 3,60 und 8,39 m. Am Neckar wurden insgesamt 27 Staustufen mit Schiffsschleusen gebaut, das WSA Stuttgart betreibt 15 dieser Schleusen.

Übersicht

Auch wenn die Schleusen auf dem ersten Blick alle gleich aussehen, gleicht am Neckar fast keine Schleuse der Anderen. Vor allem bei den Schleusentoren wird dies, bei einen Besuch vor Ort oder durch einen Blick in unsere Liste der Bauwerke schnell deutlich. Deshalb wird auch vom "Stahlwasserbaumuseum Neckar" gesprochen.
Eine weitere Besonderheit sind die fernbedienten Schleusen im Stadtgebiet Stuttgart. Die Schleusen Hofen bis Deizisau werden von der "Fernbedienzentrale Obertürkheim" aus ferngesteuert. Ausführliche Informationen finden Sie hierüber unter "Projekte des WSA".

Ein Schleusungsvorgang läuft wie folgt ab:


Schleusungsablauf

Nachdem ein Schiff in die Schleusenkammer eingefahren ist, wird das jeweilige Schleusentor geschlossen. Es wird der Wasserstand der jeweils anderen Stauhaltung angeglichen. Hierzu wird entweder Wasser in die Schleusenkammer geleitet oder aus dieser abgelassen.
Bergfahrt = Wasserstand der nächsthöheren Stauhaltung, --> Wasser auffüllen;
Talfahrt = Wasserstand der nächsttieferen Stauhaltung, --> Wasser ablassen.
Nach Öffnen des gegenüberliegenden Schleusentores kann das Schiff seine Fahrt in der nächsten Stauhaltung fortsetzen.


Obwohl die Wassermenge im Neckar enorm ist, reicht der Zufluss aus Neckar und seinen Nebenflüssen (u.a. Fils, Murr, Rems), wegen fehlender Niederschläge nicht immer aus um die Schleusen zu füllen. Außerdem soll möglichst viel Wasser den Wasserkraftwerken für die Stromgewinnung zur Verfügung stehen. Deshalb wird über Verbundschleusungen versucht, die benötigte Wassermenge zu reduzieren. Hierzu ist zwischen den beiden Schleusenkammern ein Verbindungskanal mit Verschluss vorhanden.

Hierdurch wird ein Teil des Wasser von der vollen in die leere Schleusenkammer umgeleitet. Eine Verbundschleusung wird deshalb immer mit 2 Schleusenkammern durchgeführt, hierbei sind die Wasserstände der beiden Kammern am Anfang und Ende der Schleusung immer unterschiedlich (z.B. linke Kammer in Oberwasserstand, rechte Kammer in Unterwasserstand). Beim Wechsel der Wasserstände dieser Schleusenkammern wird die oberste Hälfte des Wassers der Kammer auf Oberwasser in die Kammer auf Unterwasser gelassen. Hierdurch wird bei z.B. 8m Wasserstand-Unterschied (Hubhöhe) je Schleusung statt ca. 11.600 m³ nur ca. 5.800 m³ Wasser verbraucht (1 m³ = 1.000 Liter).

Schiffsschleuse Bad Cannstatt (schematisch) mit einer Erklärung einer Verbundschleusung

Sobald der Verbundschütz (1) geöffnet wird, strömt das Wasser der vollen Kammer (2) in die leere Kammer (3). Bei etwa 2/3 Füllung ist der Wasserstand ausgeglichen (4). Die noch fehlende Wassermenge wird aus dem oberen Oberwasser aufgefüllt.

So wird etwa 45% der Füllwassermenge eingespart. Das so eingesparte Wasser (ca. 3500 m³/ Schleusung) wird zur Stromerzeugung genutzt.

Hochwassersperrtore

Bestimmte Abschnitte des Neckars waren wegen der Geografie (z.B. Kurven, Breite, Lage, usw.) ursprünglich nicht als Schifffahrtsweg geeignet. Hier wurde ein Schifffahrtkanal (Seiten- oder Schleusenkanal) hergestellt. Der Neckar wird hier als sog. "Altarm" weiterhin zur Hochwasserabfuhr genutzt. Um bei Hochwasser den Kanal gegen Schäden (Geschiebe, Treibgut) zu schützen, kann die jeweilige Kanalstrecke bis zur nächste Schleuse mittels Hochwassersperrtoren kurzfristig abgeschlossen werden. Das WSA betreibt 2 solcher Sperrtore; in Horkheim und in Beihingen.

Sperrtor in Beihingen

Betriebsgebäude

Für die verschiedensten Aufgaben des WSA werden eine Reihe unterschiedlicher Hochbauten betrieben. Dies sind z.B. Schleusenbediengebäude, Maschinenräume für Schleusen- und Wehrantriebe, Werkstätten und Lagerräume sowie Büroräume.

Betriebsgebäude